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Judika – 21.03.2021

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Matthäus 20,28

Wir alle leben mit anderen Menschen, von anderen und hoffentlich auch für andere Menschen. Ohne andere Menschen leben nur Eremiten. Aber auch diese waren einmal klein und lebten von ihren Eltern. 

Am offensten ist das Letzte, nämlich die Frage, inwieweit wir für andere Menschen leben, inwieweit wir zur Liebe bereit und fähig sind und was wir anderen Gutes tun. Mit Geld lässt sich vieles kaufen, nicht aber eine freie, liebevolle Zuwendung.

Ein gutes Beispiel für bezahlte und unbezahlbare Zuwendung ist der im April 1808 in Hamburg geborene und dort am 7. April 1881 (also vor fast 140 Jahren) verstorbene Johann Hinrich Wichern. Wichern war Theologe und Sozialpädagoge. Er reformierte das Gefängniswesen. Und auf ihn geht die sog. Innere Mission in Deutschland zurück. Und er vermittelte der in der Entstehung begriffenen Diakonie wesentliche Anstöße. Außerdem „erfand“ Wichern 1839 den Adventskranz. Damit wollte er Kindern die Zeit vor Weihnachten verkürzen und verschönern. Er tat also sehr viel Gutes. Er blieb jedoch demütig.

Wichern wusste um Gottes liebevolle Zuwendung in Jesus Christus. An ihn glaubte er, bis zuletzt. In Wicherns letztem Vermächtnis heißt es u. a.: „Wenn Gott es beschlossen hat, mich zu sich zu nehmen, so sollt Ihr, meine Lieben, wissen, dass mein einziges Gebet ist, dass ich selig werde, dass ich zu ihm komme und Frieden in ihm finde. Ich habe mich immer zu ihm bekannt, aber in großer Schwachheit. Er wird mir aber meine Sünden vergeben, darauf geht alle meine Hoffnung um seiner Liebe und Liebestat willen, um seines für mich vergossenen Blutes willen.“

 

Ein gesegnetes Wochenende und eine gute Woche wünscht

Pfarrer Achim Gerber