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23. Januar 2022 - 3. Sonntag nach Epiphanias

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 

Lukas 13,29

Alljährlich feiert man am 6. Januar das Fest der Heiligen Drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland. Der Stern von Bethlehem hatte sie vom fernen Osten zu dem neugeborenen König geführt. Dass es drei gewesen sein sollen und ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar waren, das ist Legende. In vielen Kapellen, Kirchen und Kathedralen schufen Künstler wunderschöne Darstellungen des ersten Teiles unseres Wochenspruches: „von Osten“. Apg 8,27 berichtet von einem „Mann aus Äthiopien, einem Kämmerer und Mächtigen am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien“. Der „war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten“. Zwei Beispiele von Menschen, die aus verschiedenen Himmelsrichtungen nach Bethlehem beziehungsweise Jerusalem kommen, um dort anzubeten.

Unser Wochenspruch überhöht diese äußeren Bewegungen. Es geht darin nicht um die kilometermäßige Annäherung an religiöse Orte oder zu Personen hin. Denn das Reich Gottes ist weder orts- noch personenmäßig festzumachen. Es ist mehr als dieser oder jener als heilig geltende Ort, mehr als alle Glaubenden und Heiligen zusammengenommen. Das Reich Gottes, Gott selber, findet sich im Osten und Westen, im Norden und Süden. Es wird allumfassend sein. Ja, überraschenderweise sagte Jesus einmal zu seinen Zuhörern – außer seinen Nachfolgern waren auch ganz Fremde, sozusagen „Nichtse“ gegenwärtig: Das Reich Gottes ist schon jetzt überall. Es ist „mitten unter euch“ (Luk 17,21). Alle Grenzen werden gesprengt. Da sind Arme und Reiche, Männer und Frauen, Kinder und Alte, weiße, gelbhäutige und schwarze Menschen dabei. Halleluja.

 

Eine gesegnete Woche wünscht

Ihr Pfarrer Achim Gerber